Die Poesie des Lebens

Viel zu selten wagen wir uns heutzutage an die wirklich großen Fragen. Die Fragen an das Leben und den ganzen Rest. Wir sollten uns mehr damit befassen, bevor der Supercomputer Erde gesprengt wird, um einer intergalaktischen Schnellstraße platz zu machen. Aber von welcher Seite soll man das Leben denken? Von der Geburt her? Von der Natalität, von der Hannah Arendt spricht/schreibt? Dass man ins Leben geworfen ist. Oder soll man es vom Tod aus betrachten? Davon ausgehend, dass das Leben endlich ist? Wessen Ansatz auch immer das nochmal war. Weiterlesen „Die Poesie des Lebens“

Hervorgehobener Beitrag

meutern

Die Zeichen sind nicht mehr zu übersehen: Die Erde schlägt zurück. Rekordhitze im Sommer. Überschwem­mungen im Winter. Gleichzeitig Aus­beutung und Unterdrückung. Rechte Gewalt. Kriege im Namen der Frei­heit, die Millionen ihre Heimat verlassen lassen. Und wieder Rechte Gewalt. Die Zeit ist reif zu meutern – damit es auch in Zukunft eine Zukunft gibt. Weiterlesen „meutern“

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Existenzialistischer Schizo-Vater oder: vom ständigen Widerstandskampf gefangen im System

Dass es nicht einfach sein würde, Vater zu sein, war vorher klar. Gut, hängt auch ein wenig von Zufällen ab, wie sich das Kind entwickelt, wie oft man mit ihm ins Krankenhaus muss usw. Aber wenn man ein reflektiertes Leben führt, kann es zu Konflikten führen, die an der Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz kratzen. Nicht ohne Grund fallen so viele Eltern, wenn die Kleinen aus dem Gröbsten raus, also aus dem Haus sind, in eine midlife crisis. Weiterlesen „Existenzialistischer Schizo-Vater oder: vom ständigen Widerstandskampf gefangen im System“

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Drögensen #2 Fridays for Future

Das war der absolute Wahnsinn, was letzten Freitag in der Stadt los war. Die Schüler hatten gerufen. Und die halbe Stadt war gekommen. Meine Tochter, Dörte, war natürlich auch wieder mit ihrer Klasse dabei. Tagelang musste ich mit ihr diskutieren, weil sie meinte, dass es an der Zeit wäre, dass wir Erwachsenen die Schüler mehr unterstützen müssten. Sie meinte, weil ich selbstständig wäre, könnte ich doch einfach mitkommen. Es ist manchmal zum Verzweifeln, mit Kindern zu diskutieren. Sie haben häufig mit ihrer naiven Sicht auf die Welt recht. Also hatte ich meinem Kunden abgesagt und bin da hin. So viele Menschen auf einem Haufen trifft man noch nicht mal im Volksparkstadion. Und alle gut drauf. Hat mich echt beeindruckt.   Weiterlesen „Drögensen #2 Fridays for Future“

Drögensen #1 Der HSV

Es kann nicht wahr sein. Da verliert der HSV doch tatsächlich das erste Mal am Millerntor seit 59 Jahren genau in der Woche, in der ich das erste Kapitel schreiben soll. Wie gerne würde ich mich jetzt über den HSV auslassen. Nachdem die Saison bisher so gut verlief. Aber ich soll über mich und meine Familie schreiben. Echt soll es sein. Authentisch würde man sagen. Aber alles, was ich schreibe, wird nochmal, wie in der Schule korrigiert. Und dann hieß es: Ein Klempner würde nicht „authentisch“ schreiben. Als ob. Ich bin auch zur Schule gegangen. Mein Sohn, der Kalle, würde sagen: „Sei real!“

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Was der HSV den Engländern voraus hat

Das ehemals so große Great Britain spielt zumindest seine tragische Rolle großartig, gar sensationell. Vom Größenwahn getrieben kann man nur hoffen, dass es nicht zukünftig in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Höchstens noch interessant als eine Art Disney Land. Denn ähnlich putzig verhalten sich der Premier, die Parlamentarier inklusive Speaker und auch die Queen. Ein wenig Mitleid habe ich schon, wie sie sich lächerlich machen. Und dann kommt auch noch die Hongkonger Börse daher und will die Londoner Börse mal so eben kaufen – den ehemals wichtigsten Finanzplatz der Welt.

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fort

Da steht er am Fuße der Rolltreppe
und hält inne. Gedankenverloren
träumt er von dir. Aber die Masse
schiebt ihn auf die unterste Stufe

mit seinem Kaffee in der Hand. So
fährt er fort – aufwärts Richtung
Bahnsteig. Er versucht noch,
den Gedanken festzuhalten. Aber
du bist ja sowieso fort.

Aderlass

Als das Kapital am Morgen aufwachte, entschied es, sich zu vermehren und zu renditieren. Gepriesen sei das Nichts, dass aus Nichts Scheiße machen kann! Nach getaner Morgentoilette fickte das Kapital sich dann selbst. Und juche, wir sehen einen größeren Haufen, auf den der Teufel mal wieder geschissen hat. Weiterlesen „Aderlass“

Über die Urheberrechtsreform: das Scheitern einer Chance

Wegen der Reform des Urheberrechts ist in den letzten Wochen viel geschrien worden. Das Internet ist Amok gelaufen und hat seinen Protest ins Real Life getragen. Auch wenn ich nie verstehen kann, wie das Internet gegen etwas protestieren kann. Als ob die Nutzer mit einer Stimme sprechen. Aber diese Art der Berichterstattung entlarvt sich nur selbst – dass nämlich die Journalisten das Phänomen Internet nicht verstehen. Erschreckend in einer Zeit, in der das Digitale so einen großen Teil unserer Lebenswirklichkeit bestimmt. Aber dies soll nicht Thema sein. Jetzt, nachdem die Abstimmung über die Urheberrechtsreform gelaufen ist, ist es an der Zeit, sich zurückzulehnen und in Ruhe zu denken. Lasst die Emotionen abkühlen! Weiterlesen „Über die Urheberrechtsreform: das Scheitern einer Chance“

Das falsche Sein richtig werden

Immer wieder kommen in mir Selbstzweifel auf, ob mein Job mit meinen Überzeugungen vereinbar ist. Letztens erst wieder, ich war krank, überkamen mich dunkle Träume. Und dann kommt mir immer der Adorno in den Sinn: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Bereits an anderer Stelle hatte ich über den Satz geschrieben. Aber so zückte ich die Minima Moralia aus dem Bücherregal, las den Aphorismus und begann zu meditieren.

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