Der Turm

In der Tiefe des Datenmeeres steht ein Turm. Längst vergessen, denn sein Licht ist erloschen. Jene, die ihn seit dem gesehen haben, nennen ihn den Dunklen Turm. Die, die sein Geheimnis kennen, einfach nur den Turm. Seine Zeit wird wieder kommen, sagen sie. Denn auf Dunkelheit folgte noch immer das Licht.

Als ich von seiner Legende gehört hatte, machte ich mich auf. Mein Weg war tief und kräftezehrend. Erhaben und traurig stand er schließlich da, wie ein alter weiser König ohne Königreich. Seine ehemalige Schönheit war noch zu erkennen, aber zugleich, dass der Verfall bereits begonnen hatte.

Ich näherte mich dem Turm, als sich mir plötzlich ein alter Krieger in den Weg stellte.
„Was willst du hier?“ fragte mich der Krieger müde, aber mit einer Entschlossenheit, die seine ehemalige Kraft erkennen ließ.
„Zum Turm“, antwortete ich.
„Der Turm ist geschlossen. Geh deines Weges.“
„Warum ist er geschlossen?“
„Die Zeiten sind dunkel. Seine Zeit wird wieder kommen.“
„Und wenn nicht?“ erwiderte ich. „Vielleicht kann nur das Geheimnis des Turms das Licht zurückbringen.“

In diesem Augenblick wurde meine Verbindung unterbrochen. Den Weg zum Turm habe ich nie wieder gefunden.

Ein Kommentar zu „Der Turm

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  1. Eine sehr schöne Geschichte!
    Ich fühle mich an Parzival erinnert. Zweifel oder eine gute Erziehung führen nicht zum richtigen Weg, lassen den Fischerkönig weiter an der Verletzung leiden, den Turm nicht finden.
    Aber es gibt ihn, den Weg ….

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