Vorbei

In der Stille des Großraumbüros, wenn keine Tasten klappern, nur gelegentlich höre ich das Scrollen mit der Maus oder ein leises Klicken, um in Internet weiter zu surfen. Die Aufträge sind ausgeblieben. Müdigkeit macht sich breit. Die Lüftungsanlage surrt. Meine Augenlider werden schwer. Hinten in der Ecke schlürft jemand seinen Tee. Die Kaffeemaschine ist kaputt. Ich rauche wieder mehr. Das Internet habe ich durch. Die Zeit will totgeschlagen werden.

Der Große aus dem Vertrieb kommt rein. Der müsste doch jetzt eigentlich so richtig arbeiten. Liegt doch an ihm, dass wir nichts zu tun haben. Die Sommerhitze lähmt auch ihn. Außerdem trägt die Werkstudentin wieder ein kurzes Kleid, was ihn auf den Plan ruft. Ich hasse ihn. Und ich hasse sie, weil sie drauf steht, wie er auf sie steht.

Den CEO habe ich auch schon ewig nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich hat er die Firma bereits aufgegeben. Überlässt das Geschäft dem CFO, der zusammen mit dem Controlling und der Buchhaltung die Insolvenz aufschiebt, und dem COO, der Entlassungslisten vorbereitet, um seine Bonuszahlungen zu rechtfertigen.

Gekicher der Werkstudentin durchschneidet die Luft. Triumphierendes Grinsen im Gesicht des Vertrieblers, der vor ihr auf ihrem Schreibtisch Platz genommen hat und sich jetzt erhebt.

Wenn ich jetzt gehe, interessiert das keinen.

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