Das falsche Sein richtig werden

Immer wieder kommen in mir Selbstzweifel auf, ob mein Job mit meinen Überzeugungen vereinbar ist. Letztens erst wieder, ich war krank, überkamen mich dunkle Träume. Und dann kommt mir immer der Adorno in den Sinn: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Bereits an anderer Stelle hatte ich über den Satz geschrieben. Aber so zückte ich die Minima Moralia aus dem Bücherregal, las den Aphorismus und begann zu meditieren.

Auch wenn ich Gefahr laufe, das Zitat aus seinem Kontext zu reißen (Achtung, Spoiler): Doch, es gibt ein richtiges Leben im falschen!

Um meiner Auffassung folgen zu können, darf man das Leben nicht als zu statisch verstehen. Das Leben ist kein Sein. Meine Existenz ist kein Sein. Meine Existenz und das LEBEN sind ein Werden. Und so kann ich in einem falschen Sein zu einem richtigen Werden beitragen. Der Gegensatz der alten Ideologien „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“ und „Das Bewusstsein bestimmt das Sein“ wird dialektisch aufgehoben. Beides ist richtig. Ich und die Welt stehen in einem wechselseitigen Bestimmungsverhältnis.

Ich betrachte mich als in meinen Job geworfen. Bin der Auffassung, dass hier ziemlich viel falsch ist. Könnte den Job wechseln. Kann aber auch durch mein Werden-Sein zu einem Werden des Jobs beitragen, welches ein richtiges Werden ist.

Alles Ausreden, alles Ausreden! stöhnt es irgendwo in meinem Kopf. Das Meditieren wird nie enden…

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