Wann, wenn nicht jetzt? -Bedingungsloses Grundeinkommen für alle!

Unsere Gesellschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Ökonomen rechnen mit einer schweren Rezession, Unternehmenspleiten, Arbeitslosen und Privatinsolvenzen. Wie schwer die aktuelle Ausnahmesituation unserer nationalen und der globalen Wirtschaft zu schaffen machen wird, ist noch nicht abzusehen. Auf der anderen Seite entdecken die Schulen gerade digitales Lernen, finden lokale Geschäfte neue Vertriebswege und in der Büroarbeit wird die Erfahrung gemacht, das vieles, womit sonst der Büroalltag gefüllt wird, überflüssig ist. Es wird also viel Kreativität freigesetzt. Diese Chance sollten wir nutzen und alle Bürger dabei unterstützen, unser Zusammenleben neu zu gestalten.

Unvermeidlich wird es sein, dass große Unternehmen und Mittelständler in existenzielle Nöte kommen werden. Die Bundesregierung schnürt unterdessen große Hilfspakete, die Größen in nicht gekannten Dimensionen annehmen. Gleichzeitig stehen viele Freiberufler und Selbstständige vor dem Aus, womöglich vor der Privatinsolvenz. Existenzgründungen werden aufgeschoben. Gut möglich, dass jetzt Unternehmen gerettet werden, die auch in normalen Zeiten kaputt gegangen wären. Und auf der anderen Seite gehen Gründer pleite, die eine gute Idee nur zur Corona-Zeit hatten.

Jetzt zeigt sich, welche Berufe tatsächlich systemrelevant sind. Es sind in der Regel die, die am schlechtesten bezahlt sind. Da hilft auch keine Applaus vom Balkon. Denn Applaus bezahlt keine Rechnungen. Würde die Kassiererin im Supermarkt für das selbe Gehalt dort arbeiten, wenn der wirtschaftliche Zwang nicht wäre?

Gleichzeitig ist in der Gesellschaft eine Solidarität, gegenseitige Hilfsbereitschaft und Kreativität, den Umständen irgendwie zu trotzen, zu erkennen. Dies sollten wir nutzen, um die Gesellschaft vielleicht zu einer besseren zu machen. Menschen, die sich vorher nicht kannten, helfen einander und gehen füreinander einkaufen. Das sollten wir uns erhalten.

Wie das gelingen soll? Befreien wir die Menschen von ihren wirtschaftlichen Zwängen, denen sie unterworfen sind. Zahlen wir ihnen ein bedingungsloses Grundeinkommen!

Jeder hätte jetzt die Möglichkeit, inne zuhalten und sich zu fragen, was er hier überhaupt macht. Mache ich diesen Job, weil er mich glücklich macht? Oder mache ich diesen Job, weil die Rechnungen bezahlt werden müssen? Oder: warum tue ich mir das für mein Gehalt eigentlich an?

Wenn eine Grundsicherung gegeben ist, ist die Pflegekraft in der Lage zu sagen: Nein, nicht für das Gehalt. Das würde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die Löhne anzupassen. Denn es ist doch so: Jobs, die körperlich anstrengend (Pflege, Bauwirtschaft) oder monoton (Kassier*innen, Lagerarbeiter*innen) sind, werden schlecht bezahlt. Jobs, die mit Privilegien verbunden sind (Manager*innen) oder Spaß machen (Fußballprofi) werden gut bezahlt. Sollte es nicht anders herum sein? Wenn es sowieso Spaß macht, warum dann noch gut bezahlen? Wenn es anstrengend oder nicht erfüllend ist, warum dann auch noch schlecht bezahlen? Wenn aber niemand einen Job annehmen muss, weil die Grundversorgung gesichert ist, dann ändern sich die Verhandlungspositionen. Dass die Menschen nichtstuend zu Hause bleiben, wie dieser Idee vorgeworfen wird, glaube ich nicht. Auch das zeigt sich gerade, dass die Menschen, die zu Hause bleiben müssen, das Arbeiten und ihren normalen Alltag vermissen.

Anderen würde die Möglichkeit gegeben, ohne Angst vorm Scheitern haben zu müssen, etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht etwas, was sie glücklicher macht. Vielleicht etwas, was alle glücklicher macht, weil es von Nutzen für die Gesellschaft ist. Und wenn man dann doch scheitert, ist nicht gleich die gesamte eigene Existenz bedroht. Man kann es von Neuem anders angehen oder etwas anderes ausprobieren. Oder sich erstmal in irgendeinem Job etwas dazuverdienen (muss ja nicht für immer sein).

Wieder anderen würden vielleicht Teile ihrer täglichen Sorgen genommen. Vielleicht führt das dazu, dass mehr Energie freigesetzt wird, mehr Möglichkeiten, sich um die eigenen Liebsten zu kümmern.

Ich will jetzt nicht alle Vorteile aufführen, die die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens mit sich bringen könnte. Das haben schon andere gemacht. Die Suchergebnisse in Suchmaschinen der persönlichen Vorliebe liefern die entsprechenden Ergebnisse. Ich will nur dafür appellieren, es jetzt zu versuchen, wo dringend Hilfe für Einzelne und prekäre Lagen systemrelevanter Personen Aufmerksamkeit bekommen und Unmengen an Hilfsgelder zur Verfügung gestellt werden. Warum nicht auf eine andere Art. Wagen wir ein Experiment! Wann, wenn nicht jetzt?

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