Das Produkt des Dienstleisters

Ich bin ein Dienstleister.
Bin ich ein Dienstleister?
Ich bin ein Dienstleister! Aber was ist mein Produkt?
Auf dem freien Arbeitsmarkt verkaufe ich mich. Ich verkaufe meine Kommunikation. Denn ich bin Dienstleister. Und Dienstleistung ist nichts anderes als Kommunikation. In welcher Form auch immer. Mündlich, schriftlich, analog, digital oder banal.

Unsere Dienstleistungsgesellschaft. Dienstleistungsgesellschaft verkommt zu einer Kakophonie aus sich selbst überlappenden Referentialitäten, die sich selbst nicht mehr verstehen, weil Post-irgendwas-Gesellschaft der Bezugspunkt verloren gegangen ist.

Bla, bla, bla, bla, blub.

Am Ende, um noch einen klaren Satz zu schreiben, behält die Thermodynamik Recht. Alle Information (oder potenzielle Information, je nachdem, ob der Sender oder Empfänger die Botschaft macht) wird zur Entropie.

Aber wie kann das sein? Dienstleistungen müssen doch in irgendeiner Form einen Mehrwert schaffen, sonst hätten sie im Kapitalismus keine Existenzberechtigung. Es handelt sich ja anscheinend um eine ART Leistung, wie es der Begriff in sich trägt. Und er trägt es in sich. Es scheint, als ob die Kommunikation der Dienstleistung eine Kunst ist: eine Kunst, die kreativ und von Wert ist. Aber der Schein trügt. Hier kommt ihre eigene Paradoxie zum Vorschein. Kreative Kommunikation wird von der Disziplinar- und/oder Kontrollgesellschaft nur als informationstheoretisches Rauschen wahrgenommen.

Nehmen wir das Beispiel eine* Kundenservicemitarbeiter*in: Die Aufgabe des Kundenservice ist es, die technische Kommunikation oder Maschinenkommunikation der Gesellschafts-, Finanz- oder Was-weiß-ich-Maschinerie in einen anderen Code zu übersetzen. Dieser Code ist nicht notwendigerweise menschlich. Denn der Kunde ist selbst ein durch die Disziplinar- und/oder Kontrollgesellschaft erschaffener Cyborg.

Menschliche Kommunikation ist immer Widerstand gegen das System. Denn menschliche Kommunikation entzieht sich dem Assimilationsprozess. Deswegen fügt sie der Maschinerie/dem System Stress zu. Das Kommunikationssystem stellt für die anderen Systeme, Gesellschaft, Wirtschaft etc., deren Umwelt dar, deren strukturelle Kopplung nicht eins zu eins digitalisiert werden kann. Dieser Rest oder Überschuss ist das Rauschen, das das System nicht verarbeiten kann und stört. Ist er immanent ist es der Tinnitus des Systems.

Wie muss man sich eine gestresste Maschine vorstellen?

Ideen? Vorschläge? Anregungen?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: