Bis ans Ende

Liebe geht zu Ende
Liebe endet nie
Gehen wir ans Meer
Das Leben ist zu schwer
Lass uns leicht sein
Lass uns wie Schmetterlinge sein
Lass uns fliegen
Lass uns in Hängematten liegen
Blumen riechen
In dicken Kissen verkriechen
Ich mag deinen Duft
Ich bin dein Schuft
Und am Ende steigen
wir in die Gruft

In Ketten

„Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten“ (Jean-Jacques Rousseau)

Vor 30 Jahren wurde Deutschland vereinigt. Im Herbst 1989 sind im Osten die Menschen auf die Straße gegangen und haben für ihre Freiheit gekämpft. Gegen ein System, das systematisch die eigenen Bürger ausspioniert. Denn die Deutsche Demokratische Republik war gar keine Demokratie. Es war eine Ein-Parteien-Diktatur, gelenkt durch die Sowjetunion. Aber die Menschen wollten Demokratie. Eine Herrschaft, die vom Volk ausgeht. Am Ende fiel die Mauer. (Auch wenn sie noch heute in so manchen Köpfen stehen mag.)

Und heute? Heute legen sich die Menschen selbst ihre Ketten an. „Ich habe doch nichts zu verbergen“, erwidern sie, wenn man sie darauf anspricht. Und sie bezahlen auch noch dafür, dass sie ausspioniert werden. Es ist sogar noch absurder. Sie kaufen das Gerät, mit dessen Hilfe sie ausspioniert werden, und stellen es sich ins Haus. Und wofür? Für ein wenig Spaß und Bequemlichkeit. Es ist so praktisch, wenn man sowieso schon ein Google-Konto hat, den Kalender zu nutzen und mit privaten Daten zu füttern. Der kann dann auch direkt auf mein Kontakte zugreifen und alles synchronisieren.

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2019

Wo waren die Gartenzwerge
Im Sommer
Als ich sie brauchte
Der Vorgarten war leer

Wo waren die Berge
Als ich mit Kummer
Rauchte
Im Sand am Meer

Mein kleiner Scherge
der Pommer
der immer fauchte
half mir nicht mehr

Ein Jahr mit mehr Weh
Niemand ward frommer
Das Klima schnaufte
Freude auf die Zwanziger

Drögensen #3 Berlin

Es sind Herbstferien. Letzte Woche waren wir mit unserem Wohnwagen ein letztes Mal in dieser Saison unterwegs. Die Kinder wollten unbedingt Berlin besichtigen. Also sind wir ins Havelland gefahren. So ganz ohne Wasser geht dann doch nicht.

Gleich am Montag sind wir dann nach Berlin rein. Der erste Fehler war, dass wir mit dem Auto gefahren sind, obwohl die Bahnverbindung nicht schlecht gewesen wäre. Wir wurden von einem großen Polizeiaufgebot empfangen, die großräumig Straßen abgesperrt hatten.

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Drögensen #2 Fridays for Future

Das war der absolute Wahnsinn, was letzten Freitag in der Stadt los war. Die Schüler hatten gerufen. Und die halbe Stadt war gekommen. Meine Tochter, Dörte, war natürlich auch wieder mit ihrer Klasse dabei. Tagelang musste ich mit ihr diskutieren, weil sie meinte, dass es an der Zeit wäre, dass wir Erwachsenen die Schüler mehr unterstützen müssten. Sie meinte, weil ich selbstständig wäre, könnte ich doch einfach mitkommen. Es ist manchmal zum Verzweifeln, mit Kindern zu diskutieren. Sie haben häufig mit ihrer naiven Sicht auf die Welt recht. Also hatte ich meinem Kunden abgesagt und bin da hin. So viele Menschen auf einem Haufen trifft man noch nicht mal im Volksparkstadion. Und alle gut drauf. Hat mich echt beeindruckt.   Weiterlesen „Drögensen #2 Fridays for Future“

Drögensen #1 Der HSV

Es kann nicht wahr sein. Da verliert der HSV doch tatsächlich das erste Mal am Millerntor seit 59 Jahren genau in der Woche, in der ich das erste Kapitel schreiben soll. Wie gerne würde ich mich jetzt über den HSV auslassen. Nachdem die Saison bisher so gut verlief. Aber ich soll über mich und meine Familie schreiben. Echt soll es sein. Authentisch würde man sagen. Aber alles, was ich schreibe, wird nochmal, wie in der Schule korrigiert. Und dann hieß es: Ein Klempner würde nicht „authentisch“ schreiben. Als ob. Ich bin auch zur Schule gegangen. Mein Sohn, der Kalle, würde sagen: „Sei real!“

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Was der HSV den Engländern voraus hat

Das ehemals so große Great Britain spielt zumindest seine tragische Rolle großartig, gar sensationell. Vom Größenwahn getrieben kann man nur hoffen, dass es nicht zukünftig in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Höchstens noch interessant als eine Art Disney Land. Denn ähnlich putzig verhalten sich der Premier, die Parlamentarier inklusive Speaker und auch die Queen. Ein wenig Mitleid habe ich schon, wie sie sich lächerlich machen. Und dann kommt auch noch die Hongkonger Börse daher und will die Londoner Börse mal so eben kaufen – den ehemals wichtigsten Finanzplatz der Welt.

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Die Poesie des Lebens

Viel zu selten wagen wir uns heutzutage an die wirklich großen Fragen. Die Fragen an das Leben und den ganzen Rest. Wir sollten uns mehr damit befassen, bevor der Supercomputer Erde gesprengt wird, um einer intergalaktischen Schnellstraße platz zu machen. Aber von welcher Seite soll man das Leben denken? Von der Geburt her? Von der Natalität, von der Hannah Arendt spricht/schreibt? Dass man ins Leben geworfen ist. Oder soll man es vom Tod aus betrachten? Davon ausgehend, dass das Leben endlich ist? Wessen Ansatz auch immer das nochmal war. Weiterlesen „Die Poesie des Lebens“

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