fort

Da steht er am Fuße der Rolltreppe
und hält inne. Gedankenverloren
träumt er von dir. Aber die Masse
schiebt ihn auf die unterste Stufe

mit seinem Kaffee in der Hand. So
fährt er fort – aufwärts Richtung
Bahnsteig. Er versucht noch,
den Gedanken festzuhalten. Aber
du bist ja sowieso fort.

Aderlass

Als das Kapital am Morgen aufwachte, entschied es, sich zu vermehren und zu renditieren. Gepriesen sei das Nichts, dass aus Nichts Scheiße machen kann! Nach getaner Morgentoilette fickte das Kapital sich dann selbst. Und juche, wir sehen einen größeren Haufen, auf den der Teufel mal wieder geschissen hat. Weiterlesen „Aderlass“

Über die Urheberrechtsreform: das Scheitern einer Chance

Wegen der Reform des Urheberrechts ist in den letzten Wochen viel geschrien worden. Das Internet ist Amok gelaufen und hat seinen Protest ins Real Life getragen. Auch wenn ich nie verstehen kann, wie das Internet gegen etwas protestieren kann. Als ob die Nutzer mit einer Stimme sprechen. Aber diese Art der Berichterstattung entlarvt sich nur selbst – dass nämlich die Journalisten das Phänomen Internet nicht verstehen. Erschreckend in einer Zeit, in der das Digitale so einen großen Teil unserer Lebenswirklichkeit bestimmt. Aber dies soll nicht Thema sein. Jetzt, nachdem die Abstimmung über die Urheberrechtsreform gelaufen ist, ist es an der Zeit, sich zurückzulehnen und in Ruhe zu denken. Lasst die Emotionen abkühlen! Weiterlesen „Über die Urheberrechtsreform: das Scheitern einer Chance“

Das falsche Sein richtig werden

Immer wieder kommen in mir Selbstzweifel auf, ob mein Job mit meinen Überzeugungen vereinbar ist. Letztens erst wieder, ich war krank, überkamen mich dunkle Träume. Und dann kommt mir immer der Adorno in den Sinn: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Bereits an anderer Stelle hatte ich über den Satz geschrieben. Aber so zückte ich die Minima Moralia aus dem Bücherregal, las den Aphorismus und begann zu meditieren.

Weiterlesen „Das falsche Sein richtig werden“

Auf der Arbeit ein Gedicht

Auf der Arbeit ein Gedicht
schreibt sich nicht
wie subjektive Poesie.

Die Kapitalismusmaschine,
der ich täglich diene,
objektiviert das Wie.

Stemme mich dagegen.
Schreibe auf Nebenwegen.
Schaffe es sonst nie.

Highpotencials & Highperformer

Da sitzen sie
und meeten sich.
Die anderen dagegen
arbeiten richtig.

Blabla & Blub
geben der Performance erst richtig Schub.
Highpotencials & Highperformer
wirken noch viel enormer,
wenn die Bullshitbingokarte
voll ist in jeder Sparte.

Dinglisch & Wieselworte
betreten gutbezahlte
Manager-Nicht-Orte.

Fernweh

Ein Fernweh überkommt mich.
Ich schaue aus dem Fenster und finde nicht,
wie ich es heilen kann.

Ich öffne ein neues Fenster und begebe mich auf Reisen.
Reise abseits begangener Pfade und ziehe Schneisen.
Bis ich zurückkehre und Feierabend mache.

meutern

Die Zeichen sind nicht mehr zu übersehen: Die Erde schlägt zurück. Rekordhitze im Sommer. Überschwem­mungen im Winter. Gleichzeitig Aus­beutung und Unterdrückung. Rechte Gewalt. Kriege im Namen der Frei­heit, die Millionen ihre Heimat verlassen lassen. Und wieder Rechte Gewalt. Die Zeit ist reif zu meutern – damit es auch in Zukunft eine Zukunft gibt. Weiterlesen „meutern“

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