In Ketten

„Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten“ (Jean-Jacques Rousseau)

Vor 30 Jahren wurde Deutschland vereinigt. Im Herbst 1989 sind im Osten die Menschen auf die Straße gegangen und haben für ihre Freiheit gekämpft. Gegen ein System, das systematisch die eigenen Bürger ausspioniert. Denn die Deutsche Demokratische Republik war gar keine Demokratie. Es war eine Ein-Parteien-Diktatur, gelenkt durch die Sowjetunion. Aber die Menschen wollten Demokratie. Eine Herrschaft, die vom Volk ausgeht. Am Ende fiel die Mauer. (Auch wenn sie noch heute in so manchen Köpfen stehen mag.)

Und heute? Heute legen sich die Menschen selbst ihre Ketten an. „Ich habe doch nichts zu verbergen“, erwidern sie, wenn man sie darauf anspricht. Und sie bezahlen auch noch dafür, dass sie ausspioniert werden. Es ist sogar noch absurder. Sie kaufen das Gerät, mit dessen Hilfe sie ausspioniert werden, und stellen es sich ins Haus. Und wofür? Für ein wenig Spaß und Bequemlichkeit. Es ist so praktisch, wenn man sowieso schon ein Google-Konto hat, den Kalender zu nutzen und mit privaten Daten zu füttern. Der kann dann auch direkt auf mein Kontakte zugreifen und alles synchronisieren.

Weiterlesen „In Ketten“

Über die Urheberrechtsreform: das Scheitern einer Chance

Wegen der Reform des Urheberrechts ist in den letzten Wochen viel geschrien worden. Das Internet ist Amok gelaufen und hat seinen Protest ins Real Life getragen. Auch wenn ich nie verstehen kann, wie das Internet gegen etwas protestieren kann. Als ob die Nutzer mit einer Stimme sprechen. Aber diese Art der Berichterstattung entlarvt sich nur selbst – dass nämlich die Journalisten das Phänomen Internet nicht verstehen. Erschreckend in einer Zeit, in der das Digitale so einen großen Teil unserer Lebenswirklichkeit bestimmt. Aber dies soll nicht Thema sein. Jetzt, nachdem die Abstimmung über die Urheberrechtsreform gelaufen ist, ist es an der Zeit, sich zurückzulehnen und in Ruhe zu denken. Lasst die Emotionen abkühlen! Weiterlesen „Über die Urheberrechtsreform: das Scheitern einer Chance“

2019…

wird durchgestartet. All die Philosophen und Essayisten, die man angeblich gelesen haben muss, können mir ab jetzt gestohlen bleiben. Sie meine alle, es zu wissen und es mitteilen zu müssen. Der einzige Philosoph, der uns überliefert ist, war doch Sokrates, der wusste, dass er nichts weiß. Weiterlesen „2019…“

Ein Grundrecht auf Smartphone

Smartphones sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Abgesehen von den Funklöchern in Brandenburg und Sachsen-Anhalt beherrschen sie das öffentliche Bild, ja, machen selbst das öffentliche Bild eines jeden, ob mit oder ohne Selfiestange. Es ist längst mehr als ein Kommunikationsmedium. Auch wenn die ständige Erreichbarkeit im Vordergrund steht. Und umgekehrt wird auch erwartet jeden jederzeit erreichen zu können. Darf man es uns wegnehmen? Weiterlesen „Ein Grundrecht auf Smartphone“

Der Turm

In der Tiefe des Datenmeeres steht ein Turm. Längst vergessen, denn sein Licht ist erloschen. Jene, die ihn seit dem gesehen haben, nennen ihn den Dunklen Turm. Die, die sein Geheimnis kennen, einfach nur den Turm. Seine Zeit wird wieder kommen, sagen sie. Denn auf Dunkelheit folgte noch immer das Licht.

Als ich von seiner Legende gehört hatte, machte ich mich auf. Mein Weg war tief und kräftezehrend. Erhaben und traurig stand er schließlich da, wie ein alter weiser König ohne Königreich. Seine ehemalige Schönheit war noch zu erkennen, aber zugleich, dass der Verfall bereits begonnen hatte. Weiterlesen „Der Turm“

Der Autor ist tot

– Ein Stück in einem Akt –

Der Eine: „Der Autor ist tot.“

Requiem. Sechs Träger tragen von rechts nach links den Sarg und gehen wieder ab.

Und die Andere: „Ja, und wer schreibt diesen Text?“

Der Eine: „Was soll das heißen: wer schreibt diesen Text??“

Chor: „Was soll das heißen!? Was soll das heißen!? Lasst uns Wörter um uns schmeißen!“

Ein Geist aus der Sesamstraße: „Pst…! Willst du ein W kaufen?“ Weiterlesen „Der Autor ist tot“

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑