meutern

Die Zeichen sind nicht mehr zu übersehen: Die Erde schlägt zurück. Rekordhitze im Sommer. Überschwem­mungen im Winter. Gleichzeitig Aus­beutung und Unterdrückung. Rechte Gewalt. Kriege im Namen der Frei­heit, die Millionen ihre Heimat verlassen lassen. Und wieder Rechte Gewalt. Die Zeit ist reif zu meutern – damit es auch in Zukunft eine Zukunft gibt. Weiterlesen „meutern“

Offener Konsum-Vollzug

Strafe kann man es nicht nennen. Denn sie haben nichts erbrochen – unsere Milchkühe. Ihr Schicksal ist, für den Konsum geborn zu sein. Also Vollzug.

Aber hey, jeden dritten Tag gibt es für ein paar Stunden Freigang. Niemand braucht ein schlechtes Gewissen zu haben.

Sprache und Geld

Im Anfang war das Wort. So beginnt das Evangelium nach Johannes. Dies soll keine Bibelexegese werden. Aber der Satz ist so stark und von so kultureller Bedeutung, dass man fast jede gesellschaftliche Beschreibung damit beginnen könnte. Denn mit und vor allem in der Sprache, in der Kommunikation beginnt die Gesellschaft. So wie Gott allein mit der performativen Kraft der Sprache die Welt erschafft, entsteht auch in der Kommunikation die Gesellschaft. Um das zu begreifen, muss man sich mit dem Begriff der Kommunikation nicht mal großartig etymologisch auseinandersetzen, was ich dann hier auch nicht will.

Und so war es auch die Sprache, die Geld zu dem gemacht hat, was es ist. Geld – in seiner frühen Münzform, in seiner Papiergeldform, bis hin zu seiner digitalen, immateriellen Form – ist nichts anderes als Ausdruck eines Kommunikationsprozesses. Geld ist Symbol. Und damit mehr als ein Tausch- und Kompensierungsmittel. Geld drückt immer etwas aus. Mit Geld kommuniziert man. Mit Geld kann man auch sich ausdrücken, indem man beispielsweise demonstriert, was man sich leisten kann. Aber erst die performative Kraft der Sprache macht Geld zu Geld. Ohne die Zauberformel, die die Herren des Geldes aussprechen – und es sind tatsächlich fast ausschließlich Männer -, wäre ein Geldschein einfach ein bedrucktes Stück Papier.

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Bekenntnisse

Ich gestehe: Ich arbeite für einen Finanzdienstleister. Ich habe es nie angestrebt. Irgendwie bin ich da hineingerutscht. Und immer wieder stellt sich mir die Sinnfrage.

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Wie kann ich im Finanzsystem, quasi als Angestellter des Kapitalismus, im selbstreferentiellen Kapitalismus, der die Form G-G angenommen hat, arbeiten? Sinnfreiheit entleert diese Arbeitswelt. Dieses System ist zum Selbstzweck geworden. Weiterlesen „Bekenntnisse“

Rechte Linke

Nachdem Joachim Gauck angekündigt hat, für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen, hat fast schon der Bundeswahlkampf begonnen. Denn in der SPD werden Stimmen laut, einen eigenen Kandidaten und keinen Große-Koalition-Kandidaten aufzustellen. Bei ZEIT ONLINE war zu lesen: „Die linke SPD-Abgeordnete Hilde Mattheis wünscht sich explizit eine Kandidatin, die die Abstiegsängste der Deutschen thematisiert.“ Weiterlesen „Rechte Linke“

Sport ad absurdum

Die Fußball-Europameisterschaft steht unmittelbar vor der Tür. Aber irgendwie – ich weiß auch nicht, warum – will sich die Vorfreude noch nicht so richtig einstellen. Dabei, beim ganzen Anti-Nationen-Schreiben, ist es in den kommenden Jahren eins der wenigen Turniere, die ich mit gutem Gewissen überhaupt verfolgen kann. Weiterlesen „Sport ad absurdum“

Für ein qualitatives Wirtschaftswachstum – oder: mehr Liebe im Leben

Dass man durch ehrliche Arbeit nicht (mehr) reich werden kann, ist klar. Reich kann man eigentlich nur noch werden, wenn man schon reich ist. Denn die Kapitalrendite ist langfristig betrachtet deutlich höher als das Wirtschaftswachstum. Das hat eindrucksvoll Thomas Piketty in seinem Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert aufgezeigt. Wer hat, dem wird gegeben, ist das Motto. Weiterlesen „Für ein qualitatives Wirtschaftswachstum – oder: mehr Liebe im Leben“

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