Sprache und Geld

Im Anfang war das Wort. So beginnt das Evangelium nach Johannes. Dies soll keine Bibelexegese werden. Aber der Satz ist so stark und von so kultureller Bedeutung, dass man fast jede gesellschaftliche Beschreibung damit beginnen könnte. Denn mit und vor allem in der Sprache, in der Kommunikation beginnt die Gesellschaft. So wie Gott allein mit der performativen Kraft der Sprache die Welt erschafft, entsteht auch in der Kommunikation die Gesellschaft. Um das zu begreifen, muss man sich mit dem Begriff der Kommunikation nicht mal großartig etymologisch auseinandersetzen, was ich dann hier auch nicht will.

Und so war es auch die Sprache, die Geld zu dem gemacht hat, was es ist. Geld – in seiner frühen Münzform, in seiner Papiergeldform, bis hin zu seiner digitalen, immateriellen Form – ist nichts anderes als Ausdruck eines Kommunikationsprozesses. Geld ist Symbol. Und damit mehr als ein Tausch- und Kompensierungsmittel. Geld drückt immer etwas aus. Mit Geld kommuniziert man. Mit Geld kann man auch sich ausdrücken, indem man beispielsweise demonstriert, was man sich leisten kann. Aber erst die performative Kraft der Sprache macht Geld zu Geld. Ohne die Zauberformel, die die Herren des Geldes aussprechen – und es sind tatsächlich fast ausschließlich Männer -, wäre ein Geldschein einfach ein bedrucktes Stück Papier.

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Für ein qualitatives Wirtschaftswachstum – oder: mehr Liebe im Leben

Dass man durch ehrliche Arbeit nicht (mehr) reich werden kann, ist klar. Reich kann man eigentlich nur noch werden, wenn man schon reich ist. Denn die Kapitalrendite ist langfristig betrachtet deutlich höher als das Wirtschaftswachstum. Das hat eindrucksvoll Thomas Piketty in seinem Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert aufgezeigt. Wer hat, dem wird gegeben, ist das Motto. Weiterlesen „Für ein qualitatives Wirtschaftswachstum – oder: mehr Liebe im Leben“

Wie der Hedgefondsmanager seine Boni selbst erschaft

Gestolpert bin ich – über einen ziemlich interessanten Aufsatz. Ja gestolpert muss man schreiben, fast wäre ich dabei hingefallen. Zumindest habe ich ihn stotternd gelesen. In poststrukturalistischer Tradition lässt er ungeahnte Tiefe vermuten. Armen Avanessian, der aktuellen Popstar der Feuilleton-Philosophie, schafft das Paradoxon, in der Beschleunigung des Kapitalismus, Kapitalismuskritik zu artikulieren. Weiterlesen „Wie der Hedgefondsmanager seine Boni selbst erschaft“

Wirtschaft muss kein Krieg sein!

Vor ein paar Wochen habe ich die App von finanzen.net auf meinem smarten Hosentaschencomputer installiert. Die beliefert mich täglich mit Nachrichten aus der Welt der Wirtschaften und Finanzen, unter anderem eine morgendliche Übersicht über die Top 10-Themen des Tages, genannt „10 vor 9“. Genau das Richtige morgens in der U-Bahn, wenn die Müdigkeit das Gehirn noch lähmt. So kann ich zwischen zwei Stationen ein wenig die Gesamtlage der Märkte im Auge behalten. Wenn man es aber doch schafft, die grauen Zellen in Schwung zu bekommen, bekommt man vor allem einen Einblick in die Psyche der Journalisten und Teilnehmer an den Finanzmärkten. Weiterlesen „Wirtschaft muss kein Krieg sein!“

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